18.07.2011
Offizielle Eröffnung der neu errichteten Kartoffelkistenkühllagerhalle und der ULO-Lagerhalle für Speisezwiebeln am 24.6.2011 in Uetze Dollbergen
Auch der niedersächsiche Ministerpräsident David McAllister gab sich in Dollbergen die Ehre.
Mit der zweiten ULO-Lagerhalle stehen nunmehr insgesamt 6.300 t dieser besonderen Lagerungstechnik zur Verfügung, wie in den Grußworten und Vorträgen u.a. von Geschäftsführer Wolfgang Wrede zum Ausdruck kam.
Informationsveranstaltung des Fachverbandes Deutsche Speisezwiebel e.V. am 1. März 2011 in Mainz
Im Nachgang zur Delegiertenversammlung präsentierte sich der Nachmittag als interessante Vortragsveranstaltung für alle Mitglieder des Fachverbandes Deutsche Speisezwiebel.
Dr. Hans-Christoph Behr, AMI Bonn, gab einen Überblick über den Zwiebelmarkt. Insgesamt kann man weltweit eine steigende Produktion verzeichnen. Asien ist der wichtigste Zwiebelproduzent der Welt, an erster Stelle China gefolgt von Indien. Indien ist auch weltweit der größte Zwiebelexporteur, teilweise gehen Exporte auch nach England und Griechenland.
In Osteuropa ist die Zwiebelwirtschaft real zusammengebrochen, derzeit herrscht ein wenig Flaute zwischen Niederlande und Russland. Ob Russland wirklich seine Waren aus den Niederlanden holt, ist noch offen, denn es gibt noch andere Einkaufsmöglichkeiten wie die Türkei oder Kasachstan. Wenn auf einer Graphik Belgien auch als Exporteurland auftritt, braucht das nicht zu verwundern, denn dort landen viele Überseezwiebeln in den Häfen als Transitlieferung. Schaut man sich den Zwiebelverbrauch, sprich Einkauf und Verzehr zu Hause an, liegt Spanien mit mehr als 8 kg weit über unseren 3,5 kg. Die durchschnittlichen Verbraucherpreise sind in Deutschland, wegen dem hohen Discounteranteil, am billigsten.
Als Ausblick für 2011 scheint dieses Jahr mehr Ware aus Argentinien, aber auch aus Südafrika zu kommen, die Qualitäten sollen dieses Jahr besser sein. Nicht ganz so große Mengen werden aus Neuseeland erwartet, obwohl die Fläche dort ausgeweitet wurde. Die Kaliberverteilung ist eine andere, allerding ist gerade die beliebte Größensortierung für Kontinentaleuropa 40-60 mm reichlich vorhanden; die größeren sind wohl für Japan bestimmt, so Dr. Behr abschließend.
Frau Dr. Leinhos, DLR Rheinpfalz, stellte die Erfahrungen mit resistenten Zwiebelsorten gegen Falschen Mehltau vor. Das Gen stammt aus einer Wildart Allium roylei. Seit 2006 stehen hochresistente Hybridsorten für den Versuchsanbau zur Verfügung, im frühen, mittleren und späten Reifebereich. Vereinzelt befallene Sorten sogenannte "Fehltypen“ kommen immer mal wieder vor. Doch 2010 ist bei Yankee erstmals lokal begrenzt Falscher Mehltau aufgetreten.
Eine Inokulation in der Klimakammer konnte auch bei den späteren Typen einen Befall auslösen. Das Thema wird weiterverfolgt, in dem weitere Isolate des Falschen Mehltaus gesammelt und anschließend getestet werden. Frau Dr. Leinhos kann die resistenten Sorten für den ökologischen Anbau nur bedingt empfehlen, im konventionellen Anbau ist ein reduzierter Fungizideinsatz bei hohem Befallsrisiko zu empfehlen.
Jochen Kreiselmaier, DLR Rheinpfalz, stellte das Pflanzenschutz-Informationssystem – http://www.pflanzenschutz-gartenbau.de – vor. Eine umfangreiche Pflanzenschutzdatenbank voller Informationen, die nicht nur über den aktuellen Zulassungsstand informiert, sondern auch die Wirkungsweise des Präparates und die Wirkung auf Nützlinge beachtet. § 18b-Genehmigungen sind bisher nur für Rheinland-Pfalz eingestellt. Recherchieren kann man sogar nach abgelaufenen Zulassungen.
Dr. Norbert Laun, DLR Rheinpfalz, berichtete von den Versuchen mit Herbiziden, denn Verunkrautung kostet Ertrag. Insbesondere Stomp aqua mit Cadou zeigte sich erfolgreich in der Bekämpfung des Kreuzkrautes. Cadou ist wasserlöslich und kann auch mal nach unten verlagert werden, daher ist nach Schäden an Bundzwiebeln im Sommer 2009 mit der Aufwandmenge gespielt worden; auch mit halber Aufwandmenge waren schon gute Erfolge zu verzeichnen.
Dr. Laun wünscht sich eine „boxer-freie“ Unkrautbekämpfung in Zwieben und Kartoffeln um Schäden an Nachbarkulturen, insbesondere bei Blattgemüse und Kräutern, zu vermeiden.
Dr. Hess, AlzChem, trat mit seinem Beitrag über Kalkstickstoff den Beweis an, dass sich Kalkstickstoff und Zwiebeln durchaus vertragen. Die Empfehlung lautet: als Kopfdüngung, wenn die Zwiebeln schon 5-10 cm groß sind, mit 3-5 dt/ha zu düngen. Damit würde die erste Unkrautwelle stark reduziert. Auch eine Wirkung gegen Drahtwürmer und freilebende Nematoden sei gegeben. Ebenfalls wird die Rotte von Ernterückständen aus der Vorkultur beschleunigt. Wenn Kalkstickstoff vor der Saat eingesetzt werden soll, dann muss unbedingt eine Wartezeit von ca. 2-3 Wochen eingehalten werden.
Eine Umfrage bei den Anwesenden ergab einen großen Nachholbedarf bei den Praktikern, um die aufgezeigten Vorteile im zukünftigen Zwiebelanbau einmal zu testen.
Andrea Schneider








